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Auf einen Kaffee mit Rosemarie Wilken und Wolfgang Methling

Prof. Wolfgang Methling
Prof. Dr. Wolfgang Methling

Welche Erfolge der Stiftung machen Sie besonders stolz, und was war aus Ihrer Sicht der Schlüssel zum Erfolg?

Dr. Rosemarie Wilcken:

In kürzester Zeit hat sich die Ehrenamtsstiftung MV in allen Landesteilen und allen Strukturen des Ehrenamtes bekannt gemacht. Stolz bin ich darauf, dass es dem Vorstand mit den Mitarbeitern und dem Kuratorium sehr schnell gelungen ist, alle Vorurteile über die Ehrenamtsstiftung zu entkräften. Die unbürokratische Antragsstellung der ersten Jahre brachte vielen Vereinen und Projekten Planungssicherheit und ermöglichte erfolgreiche Umsetzungen von Ideen zu Projekten. Mit der Ehrenamtsstiftung erhöhte sich die Aufmerksamkeit für das Ehrenamt im Land und steigerte die Wertschätzung für ehrenamtliche Arbeit. Die Ehrenamtskarte MV ist ein sichtbares Zeichen hierfür.

Prof. Dr. Wolfgang Methling:

Die wichtigsten Erfolge der Stiftung sind aus meiner Sicht die große Anerkennung der Arbeit der Stiftung durch die Ehrenamtler und die ständig steigende Anzahl von Förderanträgen. Sowohl die rechtliche Beratung und Vermittlung von Partnern als auch die relativ unkomplizierte Antragstellung, die Beratung bei der Durchführung der Projekte und Berichterstattung über die Projekte waren Grundlagen des Erfolgs. Dazu trugen auch die landesweiten und regionalen Ehrenamtsveranstaltungen bei. Eine hervorragende Idee war die Einführung der Ehrenamtskarte, die jetzt endlich in voller Verantwortung bei der Ehrenamtsstiftung liegt. Letztlich ist auch die Gründung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt in Neustrelitz unter der Leitung von Jan Holze auf die erfolgreiche Arbeit der EAS MV zurückzuführen.

Das Thema Ehrenamt ist ein zentrales Anliegen der Stiftung. Welche Veränderungen haben Sie in den letzten Jahren im Ehrenamtsbereich in MV beobachtet und wie sollte sich die Stiftung darauf einstellen?

Dr. Rosemarie Wilcken:

Durch und infolge der Coronapandemie sind viele Vereinsvorstände wegen der Situation und von Alters wegen „müde“ geworden. Die Ehrenamtsstiftung sollte immer wieder in die Fläche zu den Vereinen gehen, um den Alten Mut zu machen oder Hilfestellung anzubieten und Zuversicht zu verbreiten. Der notwendige Generations-wechsel sollte begleitet werden. Die Jüngeren und die jungen Alten möge man für Vorstandsarbeit begeistern und sie bei der Übernahme von Verantwortung für die Vereine unterstützen.

Prof. Dr. Wolfgang Methling:

Ich denke, und das ist auch meine persönliche Erfahrung in vielen Ehrenämtern, dass die größte Herausforderung darin liegt, Kontinuität in der Arbeit der Vereine zu sichern, wenn die Vereinsgründergeneration aus Altersgründen die Verantwortung in jüngere Hände legen will und muss. Viele Menschen sind bereit, sich ehrenamtlich einzubringen, aber nicht den Vorsitz zu übernehmen. Allerdings kann die EAS MV dabei nur wenig helfen.

Wie hat das Ehrenamt Ihre Leben persönlich bereichert?

Dr. Rosemarie Wilcken:

Die Gemeinwohlorientierung und ein aktives bürgerschaftliches Engagement entspricht meinem Ideal von einer funktionierenden und lebendigen Bürgergesellschaft. Es hat mir immer viel Freude gemacht, an Projekten mitzuarbeiten oder sie zu gestalten. Viele Jahre lang war ich in kirchlichen Kreisen aktiv, später in den unterschiedlichsten politischen und sozialen Bereichen, heute überwiegend im Denkmalschutz. Ein Höhepunkt meines Lebens war die Zeit als Vorsitzende der Stiftung Deutsches Hilfswerk und Vorstandsvorsitzende der Fernsehlotterie. In der Ehrenamtsstiftung habe ich sehr gern mit Prof. Dr. Methling zusammengearbeitet. Mein besonderer Dank gilt Frau Ministerin Drese und Frau Gabriel aus der Geschäftsstelle der Ehrenamtsstiftung MV.

Prof. Dr. Wolfgang Methling:

Ich war und bin in zahlreichen Vereinen ehrenamtlich tätig, u.a. in der Kulturstiftung Rostock e.V., im Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern, im Forst- und Köhlerhof Rostock-Wiethagen e.V., in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten e.V., in der Thünengesellschaft Tellow e.V., der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. und anderen. Diese verschiedenen Handlungsfelder in Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft sind manchmal zeitaufwendig, bereichern aber das eigene Leben in der Familie und in der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. Sie bringen oft mehr Erfüllung, Zufriedenheit und Dankbarkeit als Hauptämter.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Ehrenamtsstiftung MV?

Dr. Rosemarie Wilcken:

In einer alternden Gesellschaft sollte der Gemeinsinn mehr Wertschätzung erfahren, auch damit sich Menschen lebenslang für andere engagieren. Ein Hauptaugenmerk der Ehrenamtsstiftung möge auf der so wichtigen Arbeit von ehrenamtlichen Helfern, Betreuern und Trainern in der Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen liegen.

Prof. Dr. Wolfgang Methling:

Ich hoffe, dass die Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern weiterhin eine so große Unterstützung durch die Landespolitik erfährt und für ehrenamtlich engagierte Menschen leisten kann. Angesichts der wegen steigender Ausgaben für Rüstung und Verteidigung zu befürchtenden finanziellen Einschnitte und Abbrüche in sozialen, kulturellen, sportlichen und anderen Bereichen ist die Tätigkeit der EAS für die Bereicherung des gesellschaftlichen Lebens in Vereinen und durch Vereine außerordentlich wichtig.

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